Was ist Honig?
Guter Honig entsteht nicht industriell, sondern in handwerklicher Imkerei. Natürlicher Honig vom Imker ist ein regionales Lebensmittel, dessen Qualität sich aus Herkunft, Bienenhaltung und schonender Verarbeitung ergibt.
Unsere Imkerei arbeitet nach den strengen Richtlinien des Bioland-Anbauverbandes. Zwar können wir unseren Bienen nicht sagen, wo sie hinfliegen sollen. Sehr wohl können wir durch die Behandlung der Völker, die Auswahl der Standorte und die spätere Verarbeitung Einfluss auf die Qualität des von uns erzeugten Honigs nehmen. Bio und Bioland sind damit für uns ein klares Bekenntnis zu biologisch-nachhaltigem und sinnvollem Wirtschaften.
Kurz: Bio-Honig ist der bessere Honig.
Drei Voraussetzungen für guten, natürlichen Honig
Honig ist nicht gleich Honig – jede Honigsorte besitzt ihr eigenes, typisches Aroma. Selbst die gleiche Sorte kann von Jahr zu Jahr und von Standort zu Standort unterschiedlich schmecken. Industriell hergestellter Honig aus dem Supermarkt wird häufig in großen Mengen gemischt, um ein gleichbleibendes, einheitliches Aroma zu erzeugen. Dabei gehen Vielfalt im Geschmack und oft auch wertvolle Inhaltsstoffe verloren.
Honig vom Imker hingegen ist ein naturbelassenes Lebensmittel, dessen natürliche Eigenschaften weitgehend erhalten bleiben.
1. Natürliche Trachtquellen
Wie beim Wein wirken sich Wetterverhältnisse, Bodenbeschaffenheit und eine Vielfalt an Trachtquellen auf den Geschmack des Honigs aus. Je gesünder und vielfältiger die Pflanzen im Umkreis von etwa 2–3 Kilometern um die Bienenstöcke sind, desto nährstoffreicher und schmackhafter ist der Honig, den die Bienen aus Nektar oder Honigtau erzeugen.
Die Auswahl geeigneter Standorte ist damit eine zentrale Voraussetzung für echten, natürlichen Honig aus regionaler Imkerei.
2. Gesunde, starke Bienenvölker
Die Gesundheit des Bienenvolkes spielt eine entscheidende Rolle für die Qualität des Honigs. Starke, gesunde Bienenvölker können bei reichhaltigem Trachtangebot hochwertigen Honig erzeugen. Eine verantwortungsvolle Bienenhaltung ist daher Grundvoraussetzung für Honig aus Imkerei mit hoher Qualität.
3. Schonende Verarbeitung
Nicht zuletzt ist die schonende Verarbeitung durch den Imker während und nach der Honigernte entscheidend. Nur wenn der Honig behutsam verarbeitet wird, bleiben seine natürlichen Inhaltsstoffe erhalten. Natürlicher Honig vom Imker wird weder stark erhitzt noch industriell behandelt.
Was ist Honig?
Rein mengenmäßig betrachtet ist Honig eine gesättigte Zuckerlösung. Die Hauptbestandteile sind die leicht verdaulichen Einfachzucker Fruchtzucker (Fruktose) und Traubenzucker (Glukose) in unterschiedlichen Gewichtsanteilen.
- der Fruktoseanteil beträgt je nach Sorte zwischen 27 % und 44 %,
- der Glukoseanteil liegt zwischen 22 % und 41 %.
Daneben enthält Honig zwischen 15 % und 20 % Wasser, bei Heidehonig bis zu 23 %.
Die Vorgaben der Bio-Anbauverbände wie Bioland und des Deutschen Imkerbundes sind deutlich strenger als das Lebensmittelrecht. Blüten- und Honigtauhonige dürfen maximal 18 % Wasser enthalten, Heidehonig höchstens 21 %. Je geringer der Wassergehalt, desto haltbarer ist der Honig und desto geringer ist die Gefahr der Gärung.
Wertvolle Inhaltsstoffe
Ein kleiner Anteil von etwa 1–2 % der Inhaltsstoffe macht den entscheidenden Unterschied zwischen einfachem Zucker und echtem Honig. Dazu zählen Pollen, Aminosäuren, Enzyme, Inhibine, Antioxidantien, Vitamine, Spurenelemente, Fermente sowie rund 180 weitere natürliche Inhaltsstoffe. Honig, der naturbelassen ins Glas kommt, ist daher ein wertvolles Lebensmittel.
Zu den wichtigsten Enzymen im Honig gehören Saccharase, Glukose-Oxidase, Phosphatase und Amylase. Die Glukose-Oxidase entfaltet in Verbindung mit Wasser eine keimtötende, antibakterielle Wirkung.
Rohhonig, Temperatur und Lagerung
Viele der im Honig enthaltenen Enzyme sind sehr wärmeempfindlich. Bereits bei Temperaturen über 40 °C werden sie zerstört. Eine starke oder langanhaltende Erwärmung fördert außerdem die Bildung von Hydroxymethylfurfural (HMF), einem Abbauprodukt der Fruktose, das als Qualitätsmangel gilt und sich durch einen leicht malzigen Geschmack bemerkbar macht.
Als Rohhonig wird Honig bezeichnet, der nicht über 40 °C erwärmt und nicht industriell verarbeitet wurde. Diese schonende Behandlung entspricht der natürlichen Temperatur im Bienenstock und ist typisch für Honig aus handwerklicher Imkerei.
Für die Lagerung von Honig sind eine Temperatur von etwa 15 °C, Lichtschutz und Trockenheit ideal. Unter diesen Bedingungen behält natürlicher Honig seine Qualität über lange Zeit.
Guter Honig – ein Naturprodukt mit Herkunft
Guter Honig ist kein standardisiertes Industrieprodukt, sondern ein Naturprodukt. Wer Honig vom Imker kauft, entscheidet sich bewusst für regionalen Honig aus Deutschland, für Transparenz, nachvollziehbare Herkunft und eine Verarbeitung, die die natürlichen Eigenschaften des Honigs bewahrt.

