Imkerei

Die Imkerei Grune ist eine kleine Familienimkerei in Woltersdorf/Brandenburg. Wir erzeugen regionalen Honig nach Bioland-Richtlinien. Unseren Honig, eigenes Wachs, Propolis und Pollen verarbeiten wir zu weiteren Produkten wie Wachstüchern, Honig-Likör oder besonderen Honigmischungen.

Der Erhalt der biologischen Vielfalt ist uns ein besonderes Anliegen: Wir sind Teil des Netzwerks zur Erhaltung und Wiederansiedlung der in Nord- und Mitteleuropa ursprünglich heimischen Dunklen Biene. Die botanisch als Apis Mellifera Mellifera bezeichnete Unterart der westlichen Honigbiene wurde seit der Mitte des 19. Jahrhunderts durch eingeführte Unterarten aus anderen Regionen verdrängt und ist nur noch in wenigen Schutzgebieten anzutreffen. Über unsere Königinnenzucht versuchen wir, heimische, lokal angepasste Bestände der Dunklen Biene aufzubauen. Wir tun dies nicht dogmatisch und respektieren, das andere Unterarten wie Carnica und Buckfast durch jahrelange Zuchtarbeit inzwischen auch in unserer Region heimisch sind.

#Imkerei #Honig #Bioland #Zucht #Standorte

Honig

Eine schonende Verarbeitung des Honigs ist der entscheidende Faktor für eine hohe Honigqualität.

Unser Honig wird direkt nach der Ernte aus brutfreien Waben geschleudert und gesiebt. Nach einer Ruhezeit von ca. 1-3 Tagen werden oben aufschwimmende Wachsreste abgeschöpft und der Honig abgefüllt oder vorsichtig gerührt. Das Rühren beeinflusst die bei jedem Honig auftretende Kristallisierung: Je höher der Glukoseanteil, desto schneller wird der Honig fest. Beim Rühren werden die sich bildenden langkettigen Zuckermoleküle in kurze Molekülketten aufgebrochen und der Honig erhält eine cremige und streichzarte Konsistenz. Nur wenige Honigsorten wie Robinie, Buchweizen, Esskastanie oder Waldhonig bleiben durch den hohen Fruktoseanteil lange flüssig.

Dabei wird der Honig niemals über 35° C erwärmt – was der natürlichen Stocktemperatur im Sommer von etwa 33-36 °C entspricht. Jede Erwärmung darüber hinaus schädigt den Honig, indem wertvolle Enzyme wie Invertase, Glukose-Oxidase und Diastase zerstört und das schädliche HMF (Hydroxymethylfurfural) gebildet wird
Für Bioland-Honige gelten strenge, über die gesetzlichen Bestimmungen hinausgehende Qualitätskriterien:

  • Wassergehalt max. 18% / Heidehonig 21,5%
  • HMF- Gehalt max. 10 mg/kg
  • Invertase-Einheiten mind. 64 U/kg Honig (nach Siegenthaler), ausgenommen enzymschwache Honige wie Robinien- und Lindenhonige

Honig behält seine natürliche Qualität bei entsprechender Lagerung: trocken, dunkel und kühl bei einer Temperatur von 10° C bis 15 °C.

#Imkerei #Honig #Bioland #Zucht #Standorte

Bioland

Wir arbeiten nach den Standards von Bioland. Seit befinden wir uns 2020 in der Umstellung und werden ab März 2021 als Bio-Imkerei zertifiziert sein. Damit wollen wir für uns und unsere Kunden deutlich machen, dass uns ökologisches Wirtschaften am Herzen liegt.

Die Einhaltung wird von einer Kontrollstelle jährlich überprüft. Hierbei werden die Einhaltung der Bioland-Richtlinien sowie alle Erzeugnisse, die den Betrieb verlassen (Bienenwachs, Bienenvölker, Honig) und alle eingekauften Waren (vor allem Futter, Zukaufhonige, Medikamente) auf ihre Herkunft hin überprüft. Wir verzichten auf unnötige Eingriffe in das Volk und respektieren die natürliche Dynamik eines Bienenvolkes im Jahresrhythmus.

Den Flug unserer Bienen können wir nicht kontrollieren. Allerdings können wir die Haltung und die Aufstellung der Bienenvölker sowie die Weiterverarbeitung des Honigs beeinflussen – dafür gibt es bei Bioland klare Richtlinien, deren Einhaltung jährlich kontrolliert wird.

  • Reines Wachs: Unbelastetes Wachs im Bienenvolk ist entscheidend für die Bienengesundheit. Brut und Nektar werden hier eingelagert und können dadurch in Kontakt mit Schadstoffen kommen. Im Wachs reichern sich viele Gifte an. Wir erneuern unser Wachs regelmäßig (z.B. über Totale Brutentnahme). Für Honigräume und Mittelwände verwenden wir nur eigenes oder Bioland-Entdecklungswachs. Im Brut- und Honigraum lassen wir Naturwabenbau zu und unterstützen damit den natürlichen Bautrieb der Bienen.
  • Bienengesundheit: Wir verwenden keine chemotherapeutischen Medikamente in unserer Imkerei. Zur Bekämpfung der Varroa-Milbe wenden wir mit der totalen Brutentnahme hauptsächlich biotechnische Verfahren an bzw. setzen organische Säuren wie Ameisen- und Oxalsäure ein. Diese hinterlassen bei richtiger Anwendung keine Rückstände im Wachs oder Honig.
  • Bienenfütterung: Wir belassen unseren Völkern immer einen Anteil des eigenen Honigs. Nach der letzten Ernte werden die Völker für den Winter aufgefüttert. Hierbei füttern wir ausschließlich eigenen Bio-Honig und Bio-Zucker, um die Bio-Landwirtschaft zu unterstützen.
  • Verzicht auf Kunststoffe: Unserer Bienen werden in Holzbeuten ohne chemische Anstriche gehalten. Der Einsatz von Kunststoffen wird auf ein Minimum reduziert, auch in der Weiterverarbeitung und der Verpackung unserer Erzeugnisse. Die Reinigung und Desinfektion erfolgen ohne chemische Mittel ausschließlich thermisch oder mechanisch.
  • Erhalt der biologischen Vielfalt: Gesunde landwirtschaftliche Produkte sind nur möglich, wenn die biologische Diversität erhalten wird. Über unsere Zuchtarbeit zum Erhalt der Dunklen Biene tragen wir dazu bei, die genetische Vielfalt der Honigbiene zu erhalten. Darüber hinaus verzichten wir auf unnötige steuernde Eingriffe in die Natur: Es darf bei uns im Garten gern etwas wilder aussehen. Wir und unsere Bienen freuen uns über die Blütenpracht unserer Wildwiesen.

Sieben Prinzipien

Neben konkreten Richtlinien orientiert sich Bioland an sieben Prinzipien. Die sind sehr vernünftig und stellen den größeren Zusammenhang her, warum ökologische Landwirtschaft sinnvoll ist. Auch für uns.

  1. Im Kreislauf wirtschaften – möglichst viel von dem, was wir verbrauchen soll im Kreislauf gehalten werden.
  2. Bodenfruchtbarkeit fördern durch natürliche Maßnahmen.
  3. Tiere artgerecht halten – für unsere Imkerei bedeutet das, dass wir der natürlichen Dynamik eines Bienenvolkes folgen und Eingriffe nur wenn es nötig ist vornehmen.
  4. Wertvolle Lebensmittel erzeugen – natürliche Lebensmittel enthalten weniger Schadstoffe, schmecken besser und enthalten mehr wertvolle Inhaltsstoffe.
  5. Biologische Vielfalt fördern – als Grundlage für nachhaltige Widerstandsfähigkeit.
  6. Natürliche Lebensgrundlagen bewahren – Luft, Wasser, Boden.
  7. Menschen eine lebenswerte Zukunft sichern – durch möglichst große Unabhängigkeit über ausreichende Einkommen und Lebensbedingungen in der Landwirtschaft.

#Imkerei #Honig #Bioland #Zucht #Standorte

Zucht

Ziel unserer Zuchtbemühung ist es, an regionale Gegebenheiten angepasste, varroatolerante Völker zu erhalten. Dabei setzen wir hauptsächlich auf natürliche Zucht- und Vermehrungsverfahren. Nur in Ausnahmefällen wenden wir künstliche Besamungstechniken an.

Als Mitglied des Zuchtverbandes Dunkle Biene und des Bundesverbandes Dunkle Biene setzen wir uns für den Erhalt der Dunklen Biene (Apis mellifera mellifera) und deren Wiederansiedlung in Deutschland ein. Dazu betreiben wir Reinzucht, um die genetischen Besonderheiten dieser Unterart aus den wenigen vorhandenen Restbeständen zunächst zu sichern. Den daraus aufgebauten Beständen ermöglichen wir eine regionale Anpassung.

Besonders wichtig ist dabei, herauszufinden, ob einige der über Jahrtausende erworbenen einzigartigen Eigenschaften der Dunklen Biene dazu beitragen können, dass Bienenvölker mit den aktuellen ökologischen Herausforderungen besser zurechtkommen, als andere auf Leistung hochgezüchtete Bienenrassen. Eine größere genetische Bandbreite hat in der Geschichte immer zum Erhalt einer Spezies beigetragen.

#Imkerei #Honig #Bioland #Zucht #Standorte

Standorte

Bei uns fühlen sich die Bienen wohl: Fast alle unsere Bienen stehen in natürlichen, unbelasteten Trachtgebieten in Berlin, Woltersdorf, Schöneiche, Erkner und den Spreewiesen in großer Entfernung von intensiver Landwirtschaft. Damit können wir die Bienen vor Schädigungen durch Insektizide und Gifte schützen und den Honig rückstandsfrei halten. Wir verzichten auf unnötige Eingriffe in das Volk und respektieren die natürliche Dynamik eines Bienenvolkes im Jahresrhythmus. Auf der Karte sind die Standorte jeweils mit dem typischen Flugradius von 3 km eingetragen.

Wichtig ist, dass es an jedem Standort ganzjährig eine gute Pollen- und Nektarversorgung gibt. Damit tragen wir entscheidend zu einer gesunden, natürlichen Volksentwicklung bei und sichern auch in Trachtlücken eine ausreichende Versorgung der Bienen.
Wir wandern nur mit einem kleinen Teil unserer Völker gezielt Trachten an und vermeiden damit Stress und zusätzliche Belastungen – für die Bienen und für uns als Imker.

#Imkerei #Honig #Bioland #Zucht #Standorte