Honigsorten

Der Beitrag gibt einen Überblick über verschiedene Honigsorten, erklärt ihre Entstehung, typischen Eigenschaften und Geschmacksprofile und zeigt, wie Standort, Trachtpflanzen und Jahresverlauf die Vielfalt regionaler Honige aus handwerklicher Imkerei prägen.

Gläser mit verschiedenen Honigsorten

Honigsorten sind standort- und jahresabhängig

Unsere Honigsorten sind regional und standorttypisch. Von unseren Standorten am östlichen Berliner Stadtrand sowie in den Landkreisen Oder-Spree und Spree-Neiße ernten wir bis zu dreimal im Jahr naturbelassenen Honig.

Bei der Auswahl unserer Standorte achten wir darauf, dass sie möglichst nicht in der direkten Nachbarschaft konventionell betriebener Landwirtschaft liegen. Die dort eingesetzten Pflanzenschutzmittel gelangen in Pollen und Nektar und sind anschließend im Honig nachweisbar. Deshalb wählen wir möglichst naturbelassene und saubere Standorte.

Wir erzeugen selten reine Sortenhonige. Unser Honig ist immer eine Mischung aus verschiedenen Trachtherkünften. In der Bezeichnung unserer Sorten benennen wir die Haupttracht als Frühlings- oder Sommerhonig und machen den Anteil einer spezifischen Herkunft durch Zusätze wie „mit Löwenzahn“ oder „mit Linde“ deutlich, wenn dieser etwa 30 bis 40 % beträgt.


Blütenhonig

Sehr schöne, keiner bestimmten Jahreszeit zugehörigen Honige sind Blütenhonige. Blütenhonig entsteht überwiegend aus dem Nektar verschiedener blühender Pflanzen. Er ist meist heller bis goldgelb, aromatisch vielfältig und spiegelt die jeweilige Pflanzenzusammensetzung eines Standortes wider.

Je nach Tracht kann er mild oder kräftig schmecken und kristallisiert unterschiedlich schnell.

Unsere Blütenhonige sind in der Regel Frühsommer- oder Sommerhonig mit vielfältigem Trachtanteilen:


Frühlingshonig

Frühlings- oder Frühtrachthonig ist in der Regel ein Blütenhonig aus dem Nektar frühblühender Pflanzen. Da die Bezeichnung nicht sortenspezifisch ist, können Anteile von Obstblüte sowie frühblühenden Pflanzen wie Löwenzahn, Kornelkirsche, Schlehen oder Ahorn enthalten sein. Eher selten können auch Anteile von Honigtau enthalten sein.

Jeder Frühlingshonig schmeckt je nach Standort unterschiedlich. Der Geschmack ist meist mild, einzelne Pflanzen wie Ahorn oder Löwenzahn können ein kräftigeres Aroma beitragen. Überwiegen Obstblüten, ist der Duft eher zart-blumig.

Aufgrund des hohen Traubenzuckeranteils kristallisieren Frühlingshonige sehr schnell. In der Farbe variieren sie von fast weiß über gelb bis bräunlich. Unsere Frühtrachthonige werden nach der Ernte gerührt und erhalten so eine cremige Konsistenz:


Rapshonig

Rapshonig ist ein sehr milder, cremiger Honig, der im Glas fast weiß erscheint. Er ist besonders beliebt als Frühstückshonig. Leider ist Rapshonig im Handel häufig durch Pflanzenschutzmittel belastet.

An einigen unserer Standorte befinden sich Rapsfelder in größerer Entfernung. Durch eine Distanz von etwa einem Kilometer vermeiden wir direkte Belastungen. Bienen sind blütenstet und sammeln während der Rapsblüte überwiegend von dieser Pflanze.

Rapshonig besitzt einen hohen Glukoseanteil, geringe Säurewerte und schmilzt leicht auf der Zunge. Er liefert schnell Energie, führt aber auch zu einem raschen Anstieg des Blutzuckerspiegels und weist daher einen vergleichsweise hohen glykämischen Index auf.


Frühlingshonig mit Löwenzahn

Löwenzahnhonig ist ein besonderer und in Brandenburg seltener Honig. Nur wenige Wiesen sind noch naturbelassen genug, damit sich Löwenzahn frei entfalten kann. An einem Standort in den Spreewiesen können wir in manchen Jahren Frühlingshonig mit Löwenzahn erzeugen.

Löwenzahn zählt zu den ersten Trachten im Jahr. Da er sehr früh blüht, sind die Bienenvölker nicht immer stark genug, um ausreichend Nektar einzulagern. Zudem benötigen die Bienen zu dieser Zeit selbst viel Nektar und Pollen für ihre Entwicklung.

Der Honig besitzt ein komplexes, kräftiges Aroma. Trotz des intensiven Duftes ist er recht mild. Die enthaltenen Bitterstoffe verleihen ihm eine mild-säuerliche Note. Aufgrund des hohen Glukoseanteils kristallisiert Löwenzahnhonig sehr schnell und wird meist cremig gerührt abgefüllt.


Robinienhonig

Robinienhonig stammt von der Robinie (Robinia pseudoacacia), die häufig auch als Akazie bezeichnet wird. Echten Akazienhonig aus Deutschland gibt es nicht.

Robinien blühen etwa zwei Wochen ab Mitte Mai bis Ende Juni. In Berlin und Brandenburg sind sie als Park-, Straßen- und Pionierbäume weit verbreitet. Aufgrund der hohen Bestandsdichte können wir Robinienhonig relativ sortenrein erzeugen.

Robinienhonig bleibt aufgrund seines hohen Fruktoseanteils sehr lange flüssig. Er ist klar bis leicht grünlich-gelb und besitzt ein mildes, blumiges Aroma. Er eignet sich besonders gut zum Süßen von Getränken, Dressings oder Speisen.#


Kornblumenhonig

Kornblumenhonig stammt aus dem Nektar der Kornblume. Er ist heute selten, da Kornblumen in der Agrarlandschaft kaum noch vorkommen. Der Honig ist meist hell, fein-aromatisch und mild-blumig im Geschmack. Typisch für Kornblumenhonig ist ein herber, leicht bitterer Abgang.

Häufig tritt er nicht sortenrein, sondern als Bestandteil von Blüten- oder Sommerhonigen auf.


Sommerhonig

Sommerhonig wird von Juni bis Ende Juli oder Anfang August eingetragen. Zu den Trachtpflanzen zählen Linden, Phacelia, Brombeere, Himbeere, Wiesen- und Feldblumen. Häufig sammeln die Bienen auch Honigtau von Blattläusen.

Sommerhonig ist meist aromatischer und kräftiger im Geschmack als Frühlingshonig. Er kristallisiert langsamer und gröber. Wird er direkt ins Glas gefüllt, wird er nach Wochen oder Monaten fest, bleibt aber gut streichfähig.

Die Farbe reicht von kräftigem Gelb bis Braun. Je höher der Anteil an Honigtau, desto dunkler und herzhafter ist der Honig.


Sommerhonig mit Linde

Unsere Sommerhonige weisen häufig hohe Lindenanteile auf. Linden blühen von Mitte oder Ende Juni bis Ende Juli. Der Duft erinnert deutlich an Lindenblüten, der Geschmack ist kräftig-würzig, teils fruchtig mit einer leichten Mentholnote.

Ob der Blüten- oder der Honigtauanteil überwiegt, variiert je nach Standort und Jahr. Entsprechend schwankt auch die Farbe von hell bis dunkler.

Lindenhonig gilt als besonders typisch für unsere Region.


Sonnenblumenhonig

Sonnenblumenhonig ist leuchtend gelb bis goldfarben und besitzt ein mildes, leicht fruchtiges Aroma. Aufgrund seines hohen Glukoseanteils kristallisiert er sehr schnell und wird häufig cremig gerührt abgefüllt. Er entsteht in Regionen mit größeren Sonnenblumenbeständen.


Sommerhonig mit Buchweizen

Sommerhonig mit Buchweizen entsteht, wenn Buchweizen einen relevanten, aber nicht dominierenden Anteil der Tracht ausmacht.

Der Honig ist dunkler, kräftiger und weist eine malzige, würzige Note auf, bleibt jedoch Teil einer vielfältigen Sommertracht. Oft sind unsere Sommerhonige mit einem Anteil Buchweizen. Wir nennen ihn „Buchweizen für Anfänger“ 😉


Buchweizenhonig

Buchweizenhonig ist sehr dunkel, fast braun, mit intensivem, malzig-würzigem Aroma. Er polarisiert geschmacklich und wird vor allem von Liebhabern kräftiger Honige geschätzt. Aufgrund seines Mineralstoffgehalts kristallisiert er meist grob und langsam.

Reinen Buchweizenhonig können wir sehr selten ernten – er wird kaum noch angebaut. In einigen Regionen der Lausitz finden sich noch Buchweizenfelder


Heidehonig

Heidehonig ist eine besondere Honigsorte mit geleeartiger Konsistenz. Er entsteht aus dem Nektar der Heidepflanzen und besitzt ein kräftiges, herbes Aroma.

Heidehonig weist einen höheren Wassergehalt auf als andere Honige und unterliegt besonderen Qualitätskriterien. Die Ernte ist aufwendig und regional begrenzt. Wir ernten Heidehonig in kleinen Mengen bei günstigen Trachtverhältnissen.


Honigsorten im Jahresverlauf

Welche Honigsorten in einem Jahr entstehen, hängt immer vom Standort, vom Wetterverlauf und vom jeweiligen Trachtangebot ab. Nicht jede Sorte ist jedes Jahr verfügbar. Jede Ernte bildet die jeweilige Saison und Landschaft ab.

Alle Sorten und auch unsere Honig Abos finden Sie im Onlineshop:

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