Woran erkennt man guten Honig?

Der Beitrag zeigt, woran man guten Honig erkennt: an Aroma und Geschmack, natürlicher Kristallisation, transparenter Herkunft und schonender Verarbeitung. Er erklärt typische Qualitätsmerkmale und hilft, echten Honig vom Imker sicher von industriellem Honig zu unterscheiden.

Christian Grune prüft ein Honigglas

Woran erkennt man guten Honig?

Guter Honig hat Charakter

Guter Honig hat wie guter Wein seinen spezifischen Charakter und Geschmack. Hier gibt es natürliche Variationen, vor allem aber sortentypische Aromen, die direkt an die Blüten der jeweiligen Pflanzen erinnern. Bereits ein erster Eindruck von Duft und Geschmack kann Auskunft über die Qualität geben: ein intensives, kräftiges Aroma ist immer ein gutes Zeichen.

Honig, der beim Öffnen des Glases muffig oder gärig riecht, ist in der Regel beschädigt oder unsauber verarbeitet.


Aroma und Geschmack

Jede Honigsorte besitzt ein eigenes, typisches Aroma. Dieses entsteht durch die Zusammensetzung der Trachtpflanzen, den Standort der Bienenvölker und den jeweiligen Jahresverlauf. Selbst Honige derselben Sorte können von Jahr zu Jahr unterschiedlich schmecken.

Ein intensives, natürliches Aroma ist ein klares Qualitätsmerkmal. Guter Honig schmeckt nicht einheitlich oder neutral, sondern spiegelt die Vielfalt der Pflanzen wider, aus denen er entstanden ist.


Kristallisation – ein Qualitätsmerkmal

Honig ist eine natürliche Zuckerlösung aus Fruktose und Glukose. Da Glukose nur begrenzt löslich ist, beginnt sie sich mit der Zeit aus dem Honig herauszulösen und bildet feste Zuckerkristalle. Dieser Prozess wird als Kristallisation bezeichnet und ist ein natürlicher Vorgang bei unbehandeltem Honig.

Wie schnell Honig kristallisiert, hängt vom Verhältnis von Glukose zu Fruktose, vom Wassergehalt und von der Lagertemperatur ab. Glukosereiche Honige, etwa Frühtrachthonige, werden oft schon nach wenigen Tagen fest, während fruktosereiche Honige wie Robinienhonig lange flüssig bleiben.

Das Festwerden ist kein Mangel, sondern ein Qualitätsmerkmal. Es zeigt, dass der Honig nicht erhitzt wurde.


Unterschiedliche Kristallisation je nach Sorte

Unsere Frühlingshonige kristallisieren innerhalb weniger Tage. Damit sie eine streichfähige Konsistenz erhalten, rühren wir diese Sorten bis sie cremig sind. Das Rühren einige Tage nach der Ernte bewirkt, dass die sich bildenden Kristalle wiederholt mechanisch zerrieben werden und so der Honig eine fein-cremige Konsistenz erhält.

Unsere Sommerhonige werden erst nach mehreren Wochen oder Monaten fest. Oft füllen wir diese Honige sehr schnell ins Glas, da wir so nicht erwärmen müssen. Die Kristallbildung erfolgt dann etwas gröber als beim Frühlingshonig, dabei bleiben alle Inhaltsstoffe erhalten.

Einige Honigsorten impfen wir mit kleinen Mengen kristallisiertem Frühlingshonig und können so eine cremige Konsistenz erzeugen.


Weiße Stellen und „Blütenbildung“

Kristalle im Honig sind kein Anzeichen für Zuckerzusatz, sondern ein Qualitätsmerkmal. Besonders trockene Honige neigen zur sogenannten „Blütenbildung“. Diese zeigt sich durch weiße Stellen am Glasrand.

Dabei wird Luft zwischen den Kristallen eingeschlossen, die am Glasrand heller erscheint. Auch dies ist kein Mangel, sondern ein Zeichen für stabil auskristallisierten, trockenen Honig hoher Qualität.


Honig schonend verflüssigen

Wer flüssigen Honig bevorzugt, kann ein Glas bei einer Temperatur von etwa 35 °C vorsichtig erwärmen, beispielsweise auf einem Heizkörper oder im Wasserbad. Nach etwa einer Nacht wird der Honig flüssig und bleibt einige Tage bei Zimmertemperatur so.

Wichtig ist, dass die Temperatur 40 °C nicht überschreitet, um die wertvollen Inhaltsstoffe zu erhalten. Kleiner Tipp: Rührt man während der Erwärmung, wird der Honig schneller flüssig.


Herkunft als entscheidendes Kriterium

Mit Nektar und Honigtau können auch Schadstoffe wie Pflanzenschutzmittel in den Honig gelangen. Diese Stoffe lagern sich in den Pflanzensäften ein und sind später im Honig nachweisbar.

Gerade die in konventioneller Landwirtschaft, aber auch in Kleingärten verbreiteten Anwendungen von Pestiziden, Herbiziden oder Fungiziden wirken sich auf die Qualität des Honigs aus. In einer Imkerei lässt sich dies nur durch eine sorgfältige Auswahl der Standorte beeinflussen.

Je weiter konventionelle Landwirtschaft entfernt ist, desto geringer ist die Belastung des Honigs.


Herkunftsangaben richtig einordnen

Im Supermarkt werden Honige häufig mit der Angabe „Honig aus EU- und Nicht-EU-Ländern“ gekennzeichnet. Daraus lassen sich keine verlässlichen Rückschlüsse auf die tatsächliche Herkunft ziehen.

Honig aus Deutschland, direkt vom Imker, bietet diese Sicherheit. Guten Imkerhong gibt es in gut sortierten Supermärkten. Hier ein Tipp: Wenn ein Land und eine Imkerei auf dem Etikett angegeben sind, handelt es sich meist um Imkerhonig.

Für unseren Honig können wir für jedes Glas den genauen Standort rückverfolgen. Die Imkerei, die den Honig erzeugt hat ist konkret angegeben.


Qualitätskriterien bei der Verarbeitung

Während der gesamten Verarbeitung wird der Honig niemals über 35 °C erwärmt. Diese Temperatur entspricht der natürlichen Stocktemperatur im Sommer von etwa 33–36 °C.

Jede stärkere Erwärmung schädigt den Honig, indem wertvolle Enzyme wie Invertase, Glukose-Oxidase und Diastase zerstört werden. Gleichzeitig kann das schädliche Abbauprodukt Hydroxymethylfurfural (HMF) entstehen.


Lagerung und Haltbarkeit

Honig behält seine natürliche Qualität bei entsprechender Lagerung. Optimal sind trockene, dunkle Bedingungen bei Temperaturen zwischen 10 °C und 15 °C. Unter diesen Voraussetzungen bleibt Honig lange haltbar, ohne seine Eigenschaften zu verlieren.


Die wichtigsten Merkmale guten Honigs sind damit Aroma, natürliche Kristallisation, nachvollziehbare Herkunft und eine schonende Verarbeitung durch den Imker.

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